Beiträge getaggt ‘Wettbewerbsrecht’

Cybersquatting: Sex sells. Bald auch mit Ihrem Firmennamen?

Geschrieben von K. Kopp am . Gepostet in Digital.

Professor Siegfried Vögele aus Gelting bei München ist ein herzensguter Mann, das sieht man auf den ersten Blick, und gegen sein „DMI Institut für Direktmarketing“, für das er sinnigerweise unter der Domain voegele.de eine Website betreibt, die übrigens, das aber nur ganz nebenbei bemerkt, ein wenig aufgefrischt gehört, dürfte überhaupt gar nichts sprechen. Topseriös, überhaupt gar keine Frage, nicht im Mindesten.

Umso mehr aus allen Wolken würde Professor Vögele daher vermutlich fallen, wenn jemand seinen Nachnamen im Imperativ Präsens aktiv auffassen würde, sich dessen um die TLD .xxx ergänzt bediente und eine Website mit fragwürdigem und konkret kopulationsanweisungsbezogenem Inhalt anböte.

Genau das könnte Professor Vögele aber demnächst widerfahren. Gerade die sogenannte Adult-Content-Industrie hat das Wachstum des Internets maßgeblich befördert, einen eigenen Namensraum gab es für sie bislang jedoch nicht. Dies wird sich alsbald ändern:

Der Start des neuen Internetdomain-Systems für Anbieter pornographischer Websites rückt nämlich näher. Ab 06.12.2011 wird es gleichsam für jedermann möglich sein, Domains mit der neuen TLD .xxx zu registrieren. Die Registrierung findet wie üblich in mehreren Phasen statt:

Hartplatzhelden siegen durch Golden Goal

Geschrieben von K. Kopp am . Gepostet in Analog, Digital.

Rechtlich ist die Entscheidung sicher richtig und schließlich begrüßenswert, auch wenn einseitiger Jubel nicht angebracht ist. Denn zutreffenderweise führt der BGH aus, dass der Württembergische Fußballverband sich über die ihm angehörigen Vereine eine entsprechende wirtschaftliche Verwertung der Fußballspiele in seinem Verbandsgebiet dadurch hinreichend sichern könne, dass Besuchern der Fußballspiele Filmaufnahmen unter Berufung auf das Hausrecht untersagt werden.

 

Schon möglich, dass Organisatoren wie etwa die Fußball-Landesverbände künftig verstärkt von ihrem Hausrecht Gebrauch machen werden, um sich die wirtschaftliche Verwertung zu sichern. Die Kehrseite davon wären eher weniger als mehr Videos auf hartplatzhelden.de. Einen Sieg für die Freiheit würde das Urteil des BGH dann nur vordergründig darstellen. Michael Hurler jedenfalls, Vizepräsident des Württembergischen Fußballverbandes, sieht einen Schutz der Verwertung über das Hausrecht nicht als realistisch, wie er der Süddeutschen Zeitung mitteilt: „Wir wehren uns ja nicht gegen das Filmen, sondern gegen das Verwerten.“ Man wird sehen.

Abpfiff: Müssen die Hartplatzhelden vom Platz?

Geschrieben von K. Kopp am . Gepostet in Analog, Digital.

Es sieht ganz gut aus für die Hartplatzhelden, ist auf Twitter unter Berufung auf nicht näher benannte Insider zu lesen. Hintergrund: Heute stehen sich vor dem BGH zwei ungleiche Helden gegenüber, auf der einen Seite der Württembergische Fußballverband, auf der anderen hartplatzhelden.de. Youtube für Ameuteurfußballvideos sozusagen.

Wem gehört der Fußball? Als Organisator des Spielbetriebs sei er Inhaber aller Bildrechte in seinem Bereich, meint der Württembergische Fußballverband; hartplatzhelden.de würde demnach fremde Leistungen abgreifen. Der Fußball würde nicht den Verbänden gehören, sondern denjenigen, die ihn spielen, meint hingegen Oliver Fritsch, Initiator der Website.

Wie auch immer der BGH entscheidet, das Urteil wird Auswirkungen für die Beurteilung der rechtlichen Grauzone „Videos im Internet“ haben. Sollte sich der Württembergische Fußballverband durchsetzen, dürfte es künftig schwierig werden, ohne Verbandserlaubnis auch nur Spiele der D-Jugend auf YouTube hochladen. Hartplatzhelden gäbe es dann wohl nicht mehr.

Haarige Sache: Werbung mit Vorher-Nachher-Bildern

Geschrieben von K. Kopp am . Gepostet in Analog.

Fällt die Werbung mit Vorher-Nachher-Bildern unter die Beschränkungen des HWG?

Die Verlockung ist groß und liegt nahe: Kosmetische Behandlungen werden insbesondere im Internet häufig mit Vorher-Nachher-Bildern beworben, die das Aussehen des Kunden oder Patienten, je nach emotiver Einstellungen des Anbieters zur Dienstleistung, vor und nach der Behandlung veranschaulichen sollen. Solche Bilder sind tatsächlich ein wirksames Werbemittel, können allerdings auch in unangenehmen und teuren Streitigkeiten mit Konkurrenten und Wettbewerbsverbänden ausufern. Denn wie Sie wissen, unterliegen Sie gerade im Internet der ständigen und meistens argwöhnischen Beobachtung durch Ihre Mitbewerber.