Beiträge getaggt ‘Urheberrecht’

Filesharing: Immer waren es die anderen!?

Geschrieben von K. Kopp am . Gepostet in Digital.

Nach einem neu veröffentlichten Urteil des AG Frankfurt a.M.  (vom 25.03.2010, Az.: 30 C 2598/08-25) haftet der Anschlussinhaber für Handlungen eines Dritten bei belehrendem Hinweis ausdrücklich nicht. Steht nämlich fest, dass nicht der Anschlussinhaber die fragliche Datei heruntergeladen hat, sondern ein Dritter, und ist dieser Dritte vom Anschlussinhaber ausdrücklich darauf hingewiesen worden, den Internetanschluss und Tauschbörsen im Internet nur in rechtlich zulässiger Weise zu nutzen, haftet der Anschlussinhaber weder auf Schadensersatz noch auf Ersatz der Abmahnkosten.

 

Eine Überwachungs- und Kontrollpflicht des Anschlussinhabers konnte das Gericht nicht erkennen, denn es „besteht nicht bereits deshalb Anlass, nahestehende Personen bei der Benutzung des Internetanschlusses zu überwachen, nur weil Urheberrechtsverletzungen

Kino.to & Co.: Ist das Zuschauen erlaubt?

Geschrieben von K. Kopp am . Gepostet in Digital.

Einem Bekannten war letzthin ein ziemlich unerfreuliches Malheur passiert. Auf seiner Terrasse hatten sich samstags ein paar Jungs versammelt, um Fußball zu schauen. Im fortgeschrittenen Stuttgarter-Hofbräu-Herrenpils-Stadium kam es beim Torjubel zwischen einem dieser Jungs und der Satellitenschüssel zu einer Kollision, die den Totalausfall des Fernsehbilds zur Folge hatte. Weil sonntags dann keine neue Schüssel besorgt werden konnte, dachte sich der Bekannte abends und ohne Fernseher, er könne doch mal dieses kino.to ausprobieren. „Sag mal, kann das eigentlich rechtens sein, dass ich das alles einfach so anschauen kann?“, fragte er ein paar Tage und eine stattliche Anzahl gesehener Filme später. Berechtigte Frage, musste kommen:

Ist das Abrufen urherberechtsgeschützer Inhalte über kino.to & Co. erlaubt?

Zuallerst ist festzustellen, dass niemand eine Erlaubnis braucht, um sich Werke anzuschauen und anzuhören, sie sinnlich zur Kenntnis zu nehmen. Dass fernsehen Gebühren kostet, ist eine andere Sache, aber eine Erlaubnis dazu brauchen Sie nicht. In der manchmal etwas eigentümlichen, aber immer wieder treffenden Sprache der Juristen spricht man hier vom „reinen Werkgenuss“.