Beiträge getaggt ‘Social Media’

Jahresrückblick „Internet und Recht“: Die wichtigsten Entscheidungen 2012

Geschrieben von K. Kopp am . Gepostet in Digital.

Das Jahr neigt sich nun rasant dem Ende entgegen, und deshalb wird es höchste Zeit, einen letzten Blick zurück zu werfen. Deshalb gibt es heute den ersten Teil einer zweiteiligen Artikelserie mit den wichtigsten Entscheidungen aus 2012 rund um das Thema „Internet und Recht“, kombiniert mit hilfreichen Praxistipps für alle, die sich privat oder beruflich viel im Netz bewegen.

Welche Gerichte haben sich durch Urteile im IT-Recht hervorgetan? Welche Urteile haben neue Pflichten oder Rechte für Anwender, Entwickler und Seitenbetreiber hervorgebracht? Welche Entscheidungen werden die Rechtsprechung im neuen Jahr mutmaßlich beeinflussen? Klicken Sie auf „Weiterlesen“ und erfahren Sie mehr.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Tumblr
  • LinkedIn
  • Add to favorites
  • RSS

Social Media Guidelines: Wenn die Stadt ins Netz geht

Geschrieben von K. Kopp am . Gepostet in Digital.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat mit der „Verwaltungsvorschrift über die Nutzung sozialer Medien und von Web 2.0-Anwendungen im Rahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, zur Beantwortung von Bürgeranfragen und für die interne und externe Mitarbeiterkommunikation“ seinen Mitgliedern einen Entwurf für Social Media Guidelines vorgestellt und zur Übernahme vorgeschlagen.

Bürger und Kommunen sollen „durch die direkte Kommunikation wieder näher zusammenrücken“, obwohl dem „enormen Potenzial jedoch auch große Herausforderungen“ gegenüberstehen. „Was muss die Kommune und deren Mitarbeiter im Umgang mit Social Media beachten? Wie begegnet man Gefahren und einer falschen Bedienung?“, so dass „ohne ein Mindestmaß an Regelungen das reichhaltige Angebot der sozialen Medien nicht optimal genutzt, ja sogar ins Gegenteil verkehrt werden kann“, heißt es in dem Papier.

Als Ergebnis entstand ein noch knapper, regulierungsintensiver Text, der sich darum bemüht, Amtsdeutsch zeitgemäß zu interpretieren und dabei stellenweise unfreiwillig ins Komische abgleitet. Das macht ihn jedoch nicht weniger interessant. So gehört (§ 4 Abs.5 S.1) bei Bürgeranfragen „zur Angemessenheit der Reaktion neben kompetenter Auskunft auch eine bürgernahe Sprache, die durchaus humorvoll sein kann“. Lesenswert.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Tumblr
  • LinkedIn
  • Add to favorites
  • RSS

Copyright Claims: Betrug bei YouTube durch falsche Urheberrechtsansprüche

Geschrieben von K. Kopp am . Gepostet in Digital.

„Netcom Partners“ klingt ja erst einmal ganz nett als Firmenname, obwohl es für das misstrauische Juristenohr schon ziemlich nach Euphemismus riecht. Und so ist es auch, wie auf Wired zu lesen ist. Dabei ist das Geschäftsmodell der Firma nicht ganz neu und missbraucht in betrügerischer Absicht YouTubes Schutzmechanismus vor Urheberrechtsverstößen, um an fremden Inhalten zu verdienen: Um es den Rechteinhabern nämlich zu vereinfachen, ihre Unterlassungsansprüche gegen rechtswidrig eingestellte Inhalte bei YouTube anzumelden, wurde ein automatisiertes Meldesystem installiert.

Dort kann die Contentindustrie ihre Werke anmelden, so dass diese mit Dateien abgeglichen werden, die von Usern hochgeladen werden. Wird ein als urheberrechtlich geschützt registriertes Werk von dem Filter erkannt, kann der Rechteinhaber das Video entfernen lassen oder Werbung auf dem Video plazieren und dadurch an der Verwertung teilhaben.

Jetzt kommen aber die „Netcom Partners“, eine Firma, die ihr Unwesen aus Malaysia betreibt und die, wie schon aus dem Firmennamen hervorgeht, daran interessiert ist, Partner zu finden, nämlich solche, an denen sie sich bereichern kann: Sie sucht nach häufig angeklickten Videos, meldet diese bei YouTubes Filter-System als ihr eigenes Werk, lässt dort Werbung einblenden und erhält einen Teil der Werbeeinnahmen.

Der vermeintliche Urheberrechtsverletzer, also der User, der das vermeintlich rechtsverletzende Video auf YouTube hochgeladen hat, wird zwar von den Rechtsansprüchen an dem Werk informiert und kann dem unterstellten Rechtsverstoß widersprechen, so dass die Inhalte gegebenenfalls gleich wieder freigegeben werden. Doch oft, so Wired, seien die YouTube-Nutzer zu eingeschüchtert dazu.

Falsche Copyright Claims und in diesem Zusammenhang ungerechtfertigte Ansprüche sind so alt wie das Urheberrecht selbst. Interessant ist aber in dem konkreten Fall, dass der YouTube-Filter von der malaysischen Firma, deren Webauftritt schon bei oberflächlicher Betrachtung evident unseriös daherkommt, überhaupt missbraucht werden konnte, so dass das eigentliche Problem darin zu liegen scheint, dass Google sein Filtersystem nur unzureichend kontrolliert.

Google selbst habe Anfragen, fast ist man geneigt zu sagen „wie gehabt“, mit dem Verweis auf die Firmenpolitik abgewiesen, so Wired.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Tumblr
  • LinkedIn
  • Add to favorites
  • RSS

ISF veröffentlicht neuen Praxis-Leitfaden „Standard of Good Practice”

Geschrieben von K. Kopp am . Gepostet in Digital.

Das Information Security Forum hat eine überarbeitete Version seines „Standard of Good Practice“ veröffentlicht, der sich an internationalen Standards wie ISO 27001, COBIT und PCI/DSS orientiert. Der Leitfaden umfasst konsequenterweise die Hauptkategorien Security Governance, Sicherheitsanforderungen, Kontrollmechanismen sowie Monitoring und Optimierung und enthält in insgesamt 118 Themenfeldern praxisorientierte Tipps.

Der „Standard of Good Practice“ umfasst auch aktuelle Themen wie Cloud-Computing, soziale Netzwerke, Datenspeicherung, digitales Rechtemanagement und Virtualisierung. Er will darüber hinaus durch Expertenwissen und Leitlinien zu bereits behandelten Bereichen wie Schutz vor Datenverlust, Lieferanten-Management, Mechanismen für Zugriffskontrolle, Business-Continuity-Strategien und Management von Sicherheitsaudits praxisgerechter Ratgeber sein.

Den Standard of Good Practice 2011 (nur in englischer Sprache) gibt es nach einer kurzen Registrierung zum kostenlosen Download hier. Lesenswert.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Tumblr
  • LinkedIn
  • Add to favorites
  • RSS

Tatort Social Media: Von Twitter, Beleidigungen und Duellen

Geschrieben von K. Kopp am . Gepostet in Digital.

Manche können sich sicher noch ganz gut daran erinnern, wie sich während ihrer Studentenzeit meistens samstags oder sonntags vormittags in schönen alten Villen etwa ein- bis zweihundert Männer aller Altersgruppen in mal gut, mal weniger gut sitzenden Anzügen, bunten Bändchen um die Brust und lustigen Mützen auf dem Kopf versammelt haben, um einem blutigen Spektakel beizuwohnen.

Das passiert heutzutage immer noch: Wer nämlich in Kreisen schlagender Studentenverbindungen allzu sorglos die Grenzen der Beleidigung auslotet, braucht sich nicht zu wundern, wenn ihm von ehrenkäsigen Verbindungsstudenten das eine oder andere mal eine eingerissene Visitenkarte übergeben wird und er damit kontrahiert ist, also aufgefordert, ehrwiederherstellende Genugtuung zu geben. Dies geschieht durch die Persönliche Contrahage, die heute mit gemäßigt gefährlichen Hiebwaffen gefochten wird, umgangssprachlich Duell und offiziell Verabredungsmensur heißt. Pistole oder Säbel, das war früher, ganz früher, bizarr bleibt die Prozedur trotzdem.

Ausweichen lässt sich der Contrahage nach den ungeschriebenen Regeln des Comments aus längst vergangenen Zeiten allerdings dadurch, dass sich der Kontrahierte für seine beleidigenden Äußerungen entschuldigt und sie zurücknimmt. Darüber kann gegebenenfalls auf Antrag des Beleidigten auch ein Ehrengericht befinden. Ansonsten gibt es nur eine Möglichkeit: Fechten! Wer ficht, braucht sich nicht zu entschuldigen. Was das jetzt mit Twitter zu tun hat?

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Tumblr
  • LinkedIn
  • Add to favorites
  • RSS