Parkverstöße in Kroatien: Vollstreckungsbeschluss rechtmäßig?

Geschrieben von K. Kopp am . Gepostet in Analog.

Kroatien ist ein schönes Urlaubsland, nicht mehr, aber immerhin auch nicht weniger. Ich weiß das aus eigener lebenslanger Erfahrung und parke dort mein Auto zwar nicht, wo immer es mir beliebt, denn kroatische Behörden lassen noch rigoroser abschleppen als deutsche, aber zahle auf dafür ausgewiesenen öffentlichen Parkflächen keinerlei Parkgebühren, das will ich hier frei bekennen. Ich lasse es darauf ankommen und zerknülle Parkknöllchen mit einer gewissen perfiden Freude. Passiert ist bisher nie etwas. Ich scheine dabei aber eher eine Ausnahme zu sein.

In letzter Zeit häufen sich nämlich Anfragen betroffener Halter in Deutschland zugelassener Fahrzeuge, die von Vollstreckungsbeschlüssen kroatischer Notare aufgrund vermeintlicher Parkverstöße in Kroatien berichten. Nachdem sich zunächst Rechtsanwalt Patrick Kraft (Berlin) mit anwaltlichen Schreiben, die in Stil und Inhalt Verwunderung hervorzurufen geeignet waren, an Halter solcher Fahrzeuge offenbar erfolglos wendete, schwenken die Betreibergesellschaften kroatischen Parkraums, vor allem „Pula Parking“, auf eine neue Strategie um: Sie wenden sich mit notariellen Vollstreckungsbeschluss an die betroffenen Autofahrer aus Deutschland und fordern sie auf, offene Beträge zu bezahlen. Wie ist die Rechtslage zu beurteilen?

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Urheberrecht und Private Viewing: Nur für geladene Gäste

Geschrieben von K. Kopp am . Gepostet in Analog, Digital.

Zumindest gefühlt vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendeine Top-Begegnung in einer der deutschen Fußballprofiligen, in der englischen Premier League, in der italienischen Serie A, der spanischen Primera Division, Champions League oder deren kleinem Bruder Europa League stattfindet. Und wer sich dafür mehr als oberflächlich interessiert, dem bleibt hierzulande kaum mehr übrig als ein Abo bei Sky oder der Gang in die Fußballkneipe um die Ecke.

Und hier beginnt das Problem, nämlich für den Gastwirt um die Ecke, der sich latentem Druck ausgesetzt sieht, Fußballbegegnungen zu übertragen. Natürlich, das eine oder andere Bier mehr wird sich dadurch verkaufen lassen. Ob das aber die teilweise happigen Abonnemment-Gebühren für Kneipen, Restaurants und Hotels, die Sky seit einiger Zeit in sog. Regionaltarifen anbietet, die unter anderem berücksichtigen, ob sich am Ort der Betriebsstätte ein Fußballbundesligist befindet, überhaupt ausgleicht, steht auf einem anderen Blatt.

Das fördert die teilweise grenzenlose Kreativität vieler Betreiber von Gaststätten: Private Karten werden zum Einsatz in der Kneipe zweckentfremdet, oft werden gehackte Karten verwendet, gelegentlich werden Spiele über zumeist russische Internetseiten gezeigt. Solcherlei Verhalten führt natürlich bei der Sky Deutschland GmbH & Co. KG zu keinen Jubelsprüngen. Ganz im Gegenteil. Landesweit strömt zu jedem Spieltag eine ganze Armada von Kontrolleuren aus, die in ihrem Gebiet Kneipen, Restaurants und Hotels aufsuchen. Erwischen sie Gaststätten dabei, Spiele der Fußballbundesliga ohne gültigen Lizenzvertrag mit Sky Gästen zugänglich zu machen, landet wenige Wochen später eine Abmahnung im Briefkasten, die meist zu enormer Empörung auf Seiten ihres Adressaten führt und nicht selten vor Gericht geklärt werden muss. Kann man sich darauf berufen, die Fußballübertragung in lediglich privatem Rahmen gezeigt zu haben? Wie ist die Rechtslage?

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Doppelter Preis: Lizenzgebühr bei Urheberrechtsverletzungen

Geschrieben von K. Kopp am . Gepostet in Digital.

Zwei Juristen, drei Meinungen, so sagt man landläufig. Umstritten ist auch Juristen die Frage, in welcher Höhe die Lizenzgebühr, die bei einem zutagegeförderten Urheberrechtsverstoß nachzuentrichten ist, zu bemessen ist. Einigkeit besteht nur insoweit, dass zunächst von dem Grundsatz auszugehen ist, die Höhe der Lizenzgebühr daran auszurichten, welche Gebühr vernünftige Lizenzvertragspartner als angemessen vereinbart hätten, wenn sie bei Abschluss des Lizenzvertrages die künftige Entwicklung und insbesondere die Zeitdauer und das Maß der Nutzung vorausgesehen hätten.

Ob darüber hinaus jedoch eine erhöhte Gebühr als Sanktion für die Rechtsverletzung gefordert werden kann, darüber bestehen unterschiedliche Auffassungen. Das Amtsgericht Bielefeld (Az.: 4 C 58/13) hat nun im Falle einer Urheberrechtsverletzung, die sich darin manifestiert hatte, Kartenmaterial auf einer Website unberechtigterweise genutzt worden ist, eine vom Rechteinhaber geforderte Verdoppelung der üblichen Lizenzgebühr abgelehnt: Ein derartiger Zuschlag sei dem Schadensersatzrecht fremd, so das Gericht. Auch nach den Grundsätzen der Lizenzanalogie sei ein hundertprozentiger Zuschlag nicht zuzubilligen, weil der Verletzer bei der Fiktion des Lizenzvertrages nicht besser und nicht schlechter stehen soll als ein vertraglicher Lizenznehmer.

Eine richtige Entscheidung. Allein wegen rechtswidriger Nutzung und Unterlassen eines Bildquellennachweises einen solchen Zuschlag zuzusprechen, wäre grob systemwidrig, weil deutsches Schadensersatzrecht gerade nicht davon ausgeht, dass solcherlei Zuschläge im Falle von Rechtsverletzungen gefordert werden können.

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AGB und Software-Audits

Geschrieben von K. Kopp am . Gepostet in Digital.

Kaum eine Business-Software kommt ohne sie aus, kaum ein DMS, kaum eine ERP-Software wird an den Kunden ausgeliefert, ohne dass eine Klausel enthalten wäre, die dem Softwarehersteller umfangreiche Rechte einräumt, den Umfang der Softwarenutzung beim Kunden zu überprüfen. Dabei stellt sich die Frage: Sind solche Klauseln in AGB überhaupt zulässig?

Es kommt, so wie das meistens bei Rechtsfragen ist, darauf an. Nämlich darauf, ob die betreffende Klausel eine unangemessene Benachteiligung darstellt und damit unwirksam ist. Gelegentlich wird von Juristen zwar die Ansicht vertreten, dass Audit-Klauseln in AGB stets unzulässig, weil mit wesentlichen Grundgedanken des Vertragsverhältnisses nicht vereinbar seien. Die Annahme eines so weitgehenden Klauselverbots dürfte aber über das Ziel hinaus schießen.

Ein solcher Anspruch folgt nämlich bereits aus dem Gesetz, genauer gesagt aus § 809 BGB, der einen allgemeinen Besichtigungsanspruch regelt, wenn in Ansehung einer Sache eine gewisse Wahrscheinlichkeit des Bestehens von Ansprüchen besteht. Zwar ist Software keine Sache im Rechtssinne, doch der BGH wendet die sachenrechtlichen Vorschriften entsprechend an. In dem Urteil vom 02.05.2002 (Az.: I ZR 45/01 – Faxkarte) nämlich hat der BGH entschieden, dass im Falle einer gewissen Wahrscheinlichkeit von Urheberrechtsverletzungen ein Besichtigungsanspruch des potentiell Geschädigten besteht.

Vor diesem Hintergrund dürften allerdings Klauseln, die dem Hersteller verdachtsunabhängige Prüfungsrechte einräumen, aufgrund Verstoßes gegen den Grundsatz von Treu und Glauben evident unwirksam sein. Solange sich jedoch der begründete Anfangsverdacht eines rechtswidrigen Verhaltens des zu auditierenden Unternehmens ergibt, dürften solche Klauseln einer gerichtlichen Kontrolle standhalten.

Sie sollten jedoch zumindest eine Ankündigungsfrist und einen genauen Prüfungszeitraum enthalten, Prüfungsrechte möglichst genau und umfassend regeln, den Prüfer bezeichnen, Konsequenzen einer Über- oder Unterlizenzierung aufzeigen, die Kosten transparent aufschlüsseln sowie eine Vereinbarung über die Geheimhaltung und Haftung für Prüfungsausfälle enthalten.

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Cloud Computing: Die Wolke rechtssicher nutzen

Geschrieben von K. Kopp am . Gepostet in Digital.

Längere Zeit hatte man den Eindruck, dass all das Gerede um die Cloud und ihre Bedeutung der Wirklichkeit vorausgegriffen hat. Immer noch spielt sich zwar ein Großteil der Anwendungen, geschäftlich wie privat, lokal auf dem Rechner, mobilen Endgerät oder dem Firmenserver ab. Cloud Computing gehört immer noch zu den Trendthemen in der IT, hat aber in der Praxis deutlich spürbar an Fahrt gewonnen, es ist da, auch wenn vielerorts teilweise laut Bedenken bei der Datensicherheit dagegen vorgebracht werden.

Wer Apps entwickelt, flexibel Speicherplatz oder große Rechenleistung etwa zu wissenschaftlichen Zwecken benötigt oder auch nur seine Infrastruktur neu organisieren möchte, kommt angesichts ihrer Flexibilität und Leistungskraft um Cloud-Dienste kaum mehr herum. Im vergangenen Jahr betrug der Markt für Cloud-Dienstleistungen im B2B-Segment knapp drei Milliarden Euro. 2016 soll sich das Geschäft mit Cloud-Diensten (SaaS, IaaS, PaaS), Integrations- und Beratungsprojekten sowie mit Cloud-Technologien auf 10,6 Milliarden Euro verdreifachen.

Ein Wolkenkuckucksheim ist Cloud Computing natürlich nicht, kann es auch gar nicht sein, wenn sein Geschäftsinhalt darin besteht, den gesamten Datenprozess als Dienstleistung auf einen Dritten zu übertragen und sich damit der Hoheit über sensible Daten, Informationen und Geschäftsgeheimnisse weitgehend zu entledigen: Wenn Unternehmen und Freiberufler jedoch ein paar Grundregeln beachten und über Zugriffsrechte, Compliance und Datenschutz nachdenken, kann sich der Cloudnebel ziemlich rasch lichten. Was ist zu beachten?

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