Papier war gestern: Steuererklärungen online mit ELSTER

Geschrieben von K. Kopp am . Gepostet in Digital.

Es ist praktisch, und die Finanzämter schätzen es, weil es für sie weniger Aufwand bedeutet: Die elektronische Steuererklärung, von der Nomenklatura mit durchaus feinsinnigem Humor „ELSTER“ genannt und mit einem Onlineportal ausgestattet, das sich im wesentlichen selbst erklärt. Eine Pflicht, die Erklärung via Internet an das Finanzamt zu senden, besteht zwar nicht, dennoch entscheiden sich immer mehr Steuerpflichtige für diese Methode, denn sie bietet deutliche Vorteile im Vergleich zur herkömmlichen Abgabe auf Papier.

Das ELSTER-Portal vergibt bei der Erstanmeldung ein elektronisches Zertifikat, das die persönliche Unterschrift ersetzt. Am Rechner erstellte Einkommensteuererklärungen können dann über das ELSTER-Portal abgegeben werden. Entscheidender Vorteil dabei ist, dass diese Erklärungen bevorzugt bearbeitet werden. Ergibt sich eine Steuerrückzahlung, wird sie deshalb früher erstattet. Was passiert im elektronischen Verfahren mit all den Belegen, die bisher in Papierform an das Finanzamt zu senden waren?

Der Nutzer kann zwar auf die Zertifizierung verzichten, muss dann jedoch einen Teil der Erklärung ausdrucken und unterschrieben an das zuständige Finanzamt senden, was die Sache wiederum unnötig kompliziert macht. Hinzu kommt, dass es mit ELSTER endlich entbehrlich wird, all die Belege, die bei der Abgabe auf Papier erforderlich sind, mit der Steuererklärung an das Finanzamt zu senden. Nur die gesetzlich vorgeschriebenen Nachweise -Spendenquittungen, Steuerbescheide oder außergewöhnliche Belastungen- müssen im elektronischen Steuerverfahren dennoch eingereicht werden. Alle weiteren Belege hingegen nur auf Verlangen des Finanzamtes. Es bleibt daher weiterhin unerlässlich, die gesetzlichen Aufbewahrungsvorschriften zu beachten und die Belege sicher aufzubewahren.

Die Registrierung hat einen weiteren Vorteil. Der fertige Steuerbescheid kann im Netz eingesehen und heruntergeladen werden, und darüber hinaus kann eine gute Steuersoftware den Bescheid mit den Daten der Einkommensteuererklärung abgleichen und auf eventuelle Fehler überprüfen. Sehr ordentliche Erfahrungen werden dabei mit TAXMAN 2012 von Lexware gemacht, das mit Vergleichsberechnungen, Checklisten, Tipps und Handlungsanweisungen ebenso dienen kann wie umfangreicher Dokumentation und einer Anleitung, die Schritt für Schritt zur Einkommensteuererklärung führt.

Die Finanzverwaltung bietet mit ElsterFormular eine Onlinelösung an, mit der die Steuererklärung ebenfalls erstellt werden kann, eine Steuerberatung und nützliche Hinweise zum Steuerrecht wie etwa in der Taxman-Anwendung ist darin aber nicht enthalten, so dass es online eher passieren kann, dass fehlerhafte Eingaben zu falschen Bescheiden führen.

Es dauert vielleicht eine Weile, bis man sich daran gewöhnt, auch in dem Lebensbereich „Steuern“ kein Papier mehr zu verschwenden, aber es dürfte der Mühe Wert sein, zumal beide Alternativen intuitive Arbeitsoberflächen bieten, so dass es auch für unerfahrene Nutzer keinen Grund mehr geben dürfte, Steuererklärungen auf die althergebrachte Weise einzureichen. Papier war gestern!

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