Benimmregeln 2.0: Was hat Facebook mit Marktplätzen zu tun?

Geschrieben von K. Kopp am . Gepostet in Digital.

Wes Brot ich ess, des Lied ich sing, so sagt der Volksmund, und der Volksmund, der spricht heutzutage kaum mehr auf dem Marktplatz, dafür umso mehr bei Facebook, aber das bedeutet noch lange nicht, dass dort andere Benimmregeln gelten würden. Manchem scheint noch das Bewusstsein dafür zu fehlen, dass Anstand und Respekt auch im Virtuellen zu denjenigen Verhaltensregeln gehören, die gesellschaftliches Zusammenleben erst ermöglichen.

Spiegel Online berichtet heute über solcherlei schlechtes Benehmen. Daimler-Mitarbeiter hatten die Facebook-Gruppe „Daimler-Kollegen gegen Stuttgart 21“ gegründet, und dort wurden im Zusammenhang mit dem umstrittenen Bahnprojekt Bundeskanzlerin Merkel und auch Daimler-Chef Dieter Zetsche als „Spitze des Lügenpacks“ bezeichnet. Weil einige Mitarbeiter des Automobilkonzerns allzu sorglos den Like-Button gedrückt haben, mussten sie zum Rapport in der Personalabteilung antreten.

Sicher kein angenehmer Termin für die betreffenden Mitarbeiter, dabei hätte es dazu nicht kommen müssen, ist doch derjenige eindeutig im Vorteil, der lesen kann, und zwar in diesem Fall die sehr verständlichen und in einem recht gefühligen Sound verfassten Social Media Guidelines der Daimler AG, vor allem Ziffer 10: „Achten Sie das Gesetz“. Einprägsamer wäre aber noch: „Äußern Sie im Netz nichts, was Sie nicht auch auf dem Marktplatz in ein Megaphon rufen würden.“

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